Norwegen2010, Nisser, Lysefjord, Bergen-Oslo

Stabkirche Eidsborg

26.6.2010 Sa, Vradal nach Lyseboten

Die erste Woche Urlaub ist schon vorbei. Es  geht nach Dalen (der Start- bzw. Endpunkt für die Telemarkkanalpaddler). Unser Auto und wir mit drin tuckert das Gebirge rauf, aber wo  es rauf geht, muß man in Norwegen auch wieder runter. Über einige steile Serpentinen verlieren wir innerhalb kurzer Zeit 400 Höhenmeter, fahren durch Dalen am bekannten Hotel vorbei, schauen uns die Einsatzstelle an und nun geht’s auch schon wieder über Serpentinen Berg hoch zur Stabkirche Eidsborg. Oben angekommen drückt der Planet wieder. Einen Kaffe noch im angeschlossenen Denkmalhof, dann können wir in die Kirche (es war noch Messe). Wir bekommen eine prima Führung. Zwei Stunden später werden Bremsen und Motor den Weg nach Dalen zurück wieder beansprucht. Auf der Straße begegnen uns immer wieder Schafe, die sich von den Autos kaum stören lassen.

Blick auf Dalen

Nach dem Abzweig nach Lyseboten wird die Straße nochmal schmaler. Hier heißt es mit möglichst viel Weitsicht zu fahren, denn die Einheimischen haben es da deutlich eiliger als wir Touris und zwei Autos kommen nicht an einander vorbei (von Wohnwagen, Bussen oder gar LKW wollen wir nicht sprechen). Gegen 5 sind wir dann am Adlernest. Nur noch die 27 Haarnadelkurven hinunter nach Lyseboten. Dann am Zeltplatz einchecken und aufbauen. Der Wind hat gut zugenommen, zum Paddeln können wir uns nicht mehr durchringen.

27.6.2010 So, Den Kjeragbolten in 4 Stunden

Zusammenpacken und die 6 km zum Adlerfelsen über die 27 Haarnadelkurven fahren sich hoch deutlich entspannter als runter, da weder der Motor im niedrigen Gang jault noch man Angst haben muß, dass die Bremsen ausglühen. 10 Uhr starte ich allein zu Kjerag. Da ich allein bin, kann ich mein Tempo selbst bestimmen und  bin in 2 Stunden am Kjerag, 25 min verweilen, die Aussicht genießen und dann im Sturmschritt zurück. 13:55 bin ich gut durch wieder unten (Bitte nicht als Maßstab für die Planung nehmen!).

Über die schmale Straße und die Hochebene zieht es uns in Richtung Forsand  auf der neu gemachten  RV45 (natürlich Maut). Noch ein Abstecher zum Wasserfall Manafossen, eine Fährfahrt von Lauvvika nach Oanis erreichen wir Forsand und stellen mit Erschrecken fest, daß es hier keinen Campingplatz in der Nähe gibt. Na dann weiter zum 15 km entfernt liegenden gut ausgestatteten Prekestol-Camping (freies WLAN). Erobern wir eben morgen den Prekestolen.
Am Abend gibt es Kriegsrat. Das Wetter soll stabil bleiben. Wir entscheiden um, wir paddeln den Lysefjord.

der Lysefjord - von oben am Kjerag

28.6.2010 Mo, Den Lysefjord an einem Tag gut 45km

Wetter ist günstig, 10:00 Uhr das Boot ist gepackt und das Auto geparkt. Wir starten an der Marina in Forsand. Bei Windstille paddeln wir auf die Straßenbrücke Oanis-Forsand zu. Wenn es so bleibt, kann‘s nur zu warm werden.  Kaum durch die Brücke durch, wir bleiben rechter Hand, kommt auch schon der erste Ausflugsdampfer, ein schneller Katamaran und zwar auf uns zu! Will der uns aufmischen? Mit ein paar Schlägen weiter in Richtung Ufer, aber der Kapitän will uns wohl genauer betrachten und hält dicht auf uns, natürlich ohne die Geschwindigkeit zu reduzieren. Während die Touris auf dem Schiff uns freundlich zuwinken, kämpfen wir mit den Wellen der beiden Rümpfe. Die ersten drei Wellen bestehe ich noch trocken, die Bugwelle des zweiten Rumpfes lässt mich dann aber doch nass zurück. So schnell konnte ich meine Spritzdecke dann nicht mehr schließen. Bärbel ist erst mal bedient.

2010-06-28 2010-06-Norwegen 016

An einigen Lachs- und Forellenzuchtanlagen vorbei kommen wir am Prekestolen an.Die ersten Kilomter ist die Nordseite des Lysefjords sicher die spannendere Seite fürs Paddeln, aber viele Ausflugsschiffe, die sehr dicht an der Uferlinie bis zum Prekestolen fahren, vermindern den Spaß erheblich und wir folgen dem Rat der gelesenen Webseiten und bleiben auf der Südseite. Hier sehen wir auch die ersten Seehunde (engl. Seals). Mal vor uns, dann an der Seite und meistens hinter uns beobachten uns die Tiere aus sicherer Entfernung (20m).

2010-06-28 2010-06-Norwegen 046

Ab 14:00 Uhr  trübt sich das Wetter ein und der Wind wird eingeschaltet. Dies erhöht den Kraftaufwand deutlich. Erste Schaumkronen sind auf dem Wasser. Hier gibt es keine Möglichkeit irgendwo sein Zelt aufzuschlagen! Wir müssen bis zur nächsten Ortschaft – Kalleli- ein Steinstrand. Hier hält in Bedarfsfall auch die Fähre. Nach gut einer Stunde Pause mit Essen und einer Büchse Bier hat sich der Wind ein wenig beruhigt und wir wollen weiter. Kaum los kommen wir der Autofähre nach Lyseboten auf Höhe Flörli in die Quere, da wir das alte Kraftwerk und die längste Holztreppe der Welt (4444 Stufen) vom Wasser aus bestaunen. Wieder winkt man uns vom Schiff, wir grüßen zurück. Das große Schiff macht deutlich weniger Wellen. Hier und da ein paar Seehunde machen die Fahrt interessant. Wenn man so an Wasserfällen und steilen Felsen  im Kajak sitzend vorbeizieht und Natur und Landschaft genießt, merkt man auch wie klein und verletzlich man doch ist. Der Fjord wird etwas schmaler, dafür werden die Felswände links und rechts immer höher. Bis auf 1084 m steigt das Kjeragmassiv direkt aus dem Wasser. Der Kjeragbolten ist von unten gut zu sehen. Gestern Mittag stand ich noch da oben. Ebbe und Flut bemerkt man nur an den frei liegenden Muschelstreifen (ca. 30cm) am Rand. Unterhalb des Kjerag ist eine flache Halbinsel, die von Basejumpern gern als Landeplatz genutzt wird. Lyseboten ist am Ende des Fjord schon zu sehen. Doch es dauert noch fast eine Stunde bis wir den Strand in Lyseboten ziemlich gerädert 19:30 Uhr erreichen. Bootwaagen drunter, Zelt aufbauen, was essen. Wenn man all die Buchten mit dazuzählt, sind wir an diesem Tag zwischen 45 und 50 km gepaddelt, wir hatten einfach Glück mit dem Wetter.

nach oben

Norwegen2010, Nisser, Lysefjord, Bergen-Oslo

[jaekel-net.de] [Impressum] [Güntz-Club] [PaddelWE] [alleTouren] [Checkliste] [Unstrut17] [Burg-Spreew.] [Leipzig16] [Norwegen16] [BornerBülten] [Örtze] [Elbe-DD-MD] [WustrauerRhin] [Leipzig] [Schweden13] [Mulde] [Saale] [Templin] [Köthener See] [Havel km78-93] [Norwegen10] [Unstrut] [Schweden09] [Peene] [Elbe km16-45] [Dalsland] [Oranienburg] [Müggelspree] [Rhin] [Recknitz] [Warnow] [Canow] [Werra-Weser]