Es ist Pfingstsonntag. Herrlicher Sonnenschein und wir das erste Mal in diesem Jahr auf dem Wasser.

In Oranienburg setzen wir in der Nähe des Landratsamts ein. Kaum das wir mit dem Boot auf dem Dach am Zielort stehen, schnarrt uns eine resolute Rentnerin an: „Auf dem Rasen können sie aber nicht stehen bleiben.“ Fängt ja wieder gut an. Ich zeige mich unterwürfig und lasse die Parkplatzeinweisung über mich ergehen und befolge die Ratschläge der guten Frau.

An der Lehnitzschleuse kreuzen wir ein bisschen unentschlossen umher, da entdecken ich in der Mitte eine schmale Einfahrt für Paddler. Schienen gibt’s hier auch bis ins Wasser! Und eine Lore ? Ich steige aus und laufe den Gleisen folgend barfuss durchs Gras. Und tatsächlich, still und verlassen steht die Lore in der Sonne. Ich greife zur Kette und dann fällt mir auf, daß ich an der falschen Seite, nämlich Bergab, ziehe.  Unten scheuche ich Bärbel wieder ein Stück zurück, damit sie das Boot im Wasser auf die Lore bugsieren kann. Ein kurzer Ruck und ich zerre Bärbel, Boot und Lore auf Land.

Nach dem Einsetzen in unmittelbarer Schloßnähe fahren wir Richtung Süden auf der Oranienburger Havel. Zwei Kilometer weiter biegen wir ab und fahren auf den Lehnitzsee zu. Ein wenig Wind macht die Fahrt sehr angenehm. Es ist wenig los auf dem See. Hier finden wir auch ein „idyllisches Örtchen“ .

Der nun recht gerade kommende Oder-Havel-Kanal ist nicht der Hit der Tour. Aber an der Fahrrad-Fähre Friedrichstal finden wir eine kleine Kneipe, wo wir uns Bockwurst und Radler schmecken lassen.

Einen weiteren Kilometer weiter geht es linksrum in die Havel und gleich in die Ortschaft Malz. Hier heißt es das erste Mal umtragen. Gut 100m muß man zu Fuß überwinden. Rechts aus dem Wasser raus, über die Straße, den Sandweg noch ein kleines Stück weiter, sind wir jetzt auf dem schönsten Stück (ca. 4,5 km) unserer Tour.

Verschiedenste Enten, Gänse und Reiher kann man beobachten, die Libellen landen auf meinem Kopf und dem Paddel. Plötzlich raschelt es neben uns, aber nicht im Wasser sondern auf Land. Ein ausgewachsener Rehbock starrt uns in 2m Entfernung völlig entgeistert an. Ich befürchte, wir schauen nicht viel besser zurück. Mein hektischer Versuch die Kamera in Stellung zu bringen, schlägt fehl, da sich der Rehbock gelangweilt ins Unterholz zurück zieht.

An der Gabelung der Havel, wo sich der Oranienburger Kanal und Schnelle Havel trennen, halten wir uns ganz links, fahren unter einer flachen Einsenbrücke hindurch und kommen am Brückenwehr an. Dort gibt es einen Trampelpfad auf der rechten Seite der zu einer unverschlossen Tür an der Straße führt. Wir müssen die Brücke queren und auf der  linken Seite wieder runter. Auch hier gibt es einen durch die vielen Angler angelegten Weg, um wieder ins Wasser zu gelangen.

Kaum zweihundert Meter weiter kommt von Rechts ein weiterer Havelarm, doch es rauscht so komisch vor uns. Ein verstörter Blick zu den Anglern und die Frage: „Ist da ein Wehr?“ wird mit Schulterzuckern und „JA“ beantwortet. Also wieder links ran und mal anschauen, was da auf uns zukommt.

Das Wasser fällt knapp einen halben Meter im 90 Grad Winkel herunter. Nöh, heute kein Wildwasser, Boot wieder raus und umtragen. Im Jübermann mit der Geländeerkundung von 10/98 war das scheinbar noch nicht existent. Sollte mir vielleicht doch mal eine aktuellere Karte unserer Gegend gönnen (auch die Lore an der Lehnitzschleuse war nicht drin).

Wir kommen an der Einsatzstelle an. Zwei Kinder spielen dort und die aufmerksame Rentnerin ist schon wieder am Meckern: „Die schmeißen ja lauter Dreck ins Wasser“ und schüttelt den Kopf.

 

Ein schöner Tag….

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